Nachbericht zum Udo-Vortrag beim Heimatverein
Auf eine Zeitreise nahm Dr. Klaus Schamel vom Förderverein UDO - Danuvius guggenmosi e.V. seine Zuhörer mit. Sie führte in eine Lehmgrube in der Hammerschmiede Pforzen, wo seit den 1970er Jahren Ton abgebaut wird und wo seit einigen Jahren die Reste eines längst vergangenen Lebensraumes von Frau Professor Dr. Madelaine Böhme und ihrem Paläontologenteam von der Uni Tübingen ausgegraben werden: Vor 11,6 Millionen Jahren gab es dort eine reiche Flora und Fauna. Schamel erklärte, wie sich die Fundstätte im Molassebecken des Alpenvorlandes als Folge der Alpenfaltung gebildet hatte und dass sich die Hauptfundorte in zwei ehemaligen Wasserläufen befinden.

Dr. Klaus Schamel während seines Vortrags und auf der Leinwand das Rotationssieb Rosie, mit dem die Paläontologen Kleinfunde aussieben
Er stellte die Forschungsergebnisse von Frau Professor Böhme vor: So wurden bisher mehr als 40.000 Fossilien von 176 Arten geborgen. Längst ausgestorbene wie etwa Hirschferkel und Hundebär sowie riesige Zitzenzahn- und Hauerelefanten sind darunter. Andere Tierarten haben sich verändert oder kommen in unseren Breiten nicht mehr vor, wie der Pandabär und das Nashorn. Einige Arten haben die lange Zeitspanne fast unverändert überstanden, wie die Schnappschildkröte und der Maulwurf. Aus der letzten Grabungssaison stammt ein Baumstamm, welchen die Paläontologen im Ganzen bergen konnten. Bekannt geworden ist die Ausgrabungsstätte aber vor allem durch die Knochenfunde von Hominiden, von denen der bekannteste Udo ist, mit wissenschaftlichem Namen Danuvius guggenmosi. Schamel zeigte auf, dass einige Merkmale seines Skeletts schon auf einen aufrechten Gang hindeuten, weshalb er ein neues Modell des letzten gemeinsamen Vorfahrens von Mensch und Menschenaffe darstellt. Auch wie es weitergeht mit der Ausgrabungsstätte wusste er: Die Paläontologen werden angesichts der reichen Fundlage wohl noch viele Jahre Grabungen durchführen können.
Foto und Text: Kornelia Hieber